Chorleben - S-Chorverband

Poppige Weihnachten in zwei mal voll besetzter Eltinger Michaelskirche

Mit „First Noel“ in deutscher und englischer Sprache eröffnete Tenor Alexander Lachner – Incanto Pop meets Classic – die Weihnachtskonzerte des Chorverbandes unter Beteiligung von vier Chören am vergangenen Wochenende (13. und 14.12.) in der Michaelskirche Eltingen. Die SingArt der StrudelbachChöre Weissach stimmte in das Lied mit ein und füllte die an beiden Tagen voll besetzte Kirche mit weihnachtlichen Klängen. Nach dem gefühlvoll vorgetragenen Russischen Wiegenlied „Bajuschki baju“ und dem schwungvollen „Joy tot he World“ wechselten die Chöre die Altarstufen und der El’Chor des Liederkranzes Höfingen nahm dann das Publikum mit „Halleluja“ im gänsehautfeeling und dem spanischen „Fum, Fum, Fum“ hin zur Frage „Mary did you know?“

Die Chorleiterin Wiebke Huhs wandte dann den Blick weg vom Chor, hin zum Publikum und führte als Solistin ein in die historischen Hintergründe des Liedes „Die Nacht ist vorgedrungen“ von Jochen Klepper, das sie mit ihrer herausragenden Sopranstimme sehr einfühlsam vortrug.

Tenor Alexander Lachner setzte den Liederreigen mit einem Medley aus verschiedenen bekannten traditionellen Weihnachtsliedern fort. Instrumental begleitet wurden die Chöre und Solisten von Benjamin Spanic-Kurzrock am Flügel.

Erstmals mit einem Auftritt vor so großem Publikum dabei war der Chor der Lebenshilfe Leonberg. Seit knapp einem Jahr steht dieser inklusive Chor unter der Leitung der Chorverbandspräsidentin Angelika Puritscher und ist seit dieser Zeit auch Mitglied im Kepler-Chorverband. Der Chor begann mit „Wir sagen Euch an den lieben Advent“ und entzündete bei jedem der vier Verse eine Kerze nach der anderen. Auch beim mehrstimmigen Chorsatz „Jubilate“ überzeugten die ca. 20 Chorsängerinnen und Sänger mit den unterschiedlichsten Behinderungen in gutem Stimmklang. Bei „Kling Glöckchen klingelingeling“ sang der Chor zusammen mit dem Tenor Alexander Lachner und zu „Schneeglöckchen, Weißröckchen“ gesellten sich dann die Chorkinder der Schellingschule Leonberg dazu. Es war für diesen Chor ein besonderes Erlebnis und Freude, an einem Konzert dieser Qualität aktiv beteiligt zu sein. Gelebte Inklusion!

Kinderchor Schellingschule unter der Leitung von Waltraud Pacholke-Schmidt „Im Land der Blaukarierten“ – Das Lied vom Anderssein

Von den derzeit über 50 Chorkindern der Klassen 1 – 4 im Schulchor unter der Leitung von Joana Ciesla, sangen knapp 40 auch dieses Jahr beim Weihnachtskonzert mit. Die Chorkinder waren bestens vorbereitet und ausgestattet mit ihren extra angefertigten T-Shirts, Kochmützen und Fabeltiermasken. Begleitet und geleitet von den beiden Lehrerinnen Waltraud Pacholke-Schmidt und Sabine Wiedenmann führte der Schulchor vier Lieder und zwei szenischen Vorträge auf. „Drei Kerzen“ und die Frage der verschiedenen Fabeltiere „Was ist Weihnachten?“ boten reichlich Inhalte zum Nachdenken. Natürlich durfte das Rolf-Zuckowski-Lied „In der Weihnachtsbäckerei“ nicht fehlen, das sie auch beim Auftritt im Jahr zuvor schön inszenierten. Das Lied „Vom Anderssein“ hat sicherlich in Anbetracht von Integration und Inklusion eine besondere Bedeutung, zumal gerade die Kinder in der Schellingschule besonders multikulturell sind. „Im Land der Blaukarierten, fällt natürlich ein rotgefleckter Wicht auf und passt nicht dazu. Doch wenn im Land der Bunt gemischten, ein Gelbgetupfter das bunte Land auffrischt, ist er herzlich willkommen.“ Dies brachten die Chorkinder auch durch ihre passend gemalten T-Shirts und durch die chorische Aufstellung anschaulich zum Ausdruck und jedem sollte dabei Integration klar werden. Mit dem Kinderlied „A, a, a, der Winter der ist da“ wurden die Zuhörer auch gleich in die Buchstabensprache eingewiesen. Natürlich war durch den Kinderchorauftritt am Samstagnachmittag die Kirche noch deutlich voller, als tags zuvor. Begleitende Eltern lassen sich einen Auftritt ihrer Kinder nicht entgehen, und sie dürfen auf die bravouröse Leistung ihrer Kinder stolz sein. Den einstudierenden und begleitenden Lehrkräften gilt der Dank für die gelungene Auswahl und Zusammenstellung der Aufführung.

Die SingArt präsentierte im zweiten Block „Carol of Bells“ sowie „Shepherds Run“ mit Wiebke Huhs als Solosopran. In einem weiteren swingenden Solo wünschte die Opern- und Konzertsängerin allen „Have yourself a Merry Little Christmas“, nachdem zuvor Tenor Alexander Lachner allen eine „White Christmas“ wünschte.

Nun setzte sich der El’Chor als Kleingruppe auf weiße Hocker und startete stumm mit Klopfschlägen auf die Brust. „Body Percussion“ nennt sich heute das Klatschen, bei dem der Körper als Instrument eingesetzt wird, erklärt Wiebke Huhs und weist dabei auch auf die vom Chor gewählte Stilrichtung der Pentatonix (PTX) hin. Mit der „White Winter Hymnal“ von der Amerikanischen A-Cappella-Gruppe PTX gelang den Chorsängern ein Highlight im Weihnachtskonzert, bei dem Gesang und rhythmisches Klatschen und Schnipsen perfekt vorgetragen wurden. Mit „Merry Christmas happy Holidays“ ebenfalls im Stil von PTX kamen neben einer anderen El’Chor-Kleingruppe zusätzlich die Solosängerin Martyna Klenk und der 15-jährige Beatboxer Benjamin Notter zum Einsatz, der bei einigen Stücken seine Mundakrobatik unter Beweis stellen konnte. Dann begeisterten zum großen Finale die Chöre SingArt und El’Chor mit dem 9-stimmigen Chorsatz „O come all ye faithful“, die PTX-Version des traditionellen Weihnachtslieds „Herbei, oh Ihr Gläubigen“ mit Solistin Danijela Klich das tosende Publikum.

Finale mit allen Chören und Solisten

Nach den Danksagungen und dem Spendenaufruf für das Hospiz und die Lebenshilfe Leonberg stimmten alle Chöre, Solisten und Zuschauer in das bekannte Weihnachtslied „O du Fröhliche“ ein und verließen dann mit erfüllten Herzen nach einem fulminanten nahezu zweistündigen Weihnachtskonzert die schöne Eltinger Michaelskirche. Die Veranstalter (Chorverband Johannes Kepler und Incanto) sowie der Eltinger Bürger Andreas Frey als der Initiator und Organisator danken allen Sponsoren und Spendern für ihre Gaben, die nach Abzug der Konzertkosten an die beiden gemeinnützigen Organisationen übergeben werden.

Text und Fotos: Angelika Puritscher

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