Chorleben - S-Chorverband

Weihnachtsmusical des Kinderchors Haid

„Vor zweitausend Jahren da ist es gescheh’n, da hielt die Welt den Atem an“ so klang es am 1. Adventssonntag rhythmisch und mit Power im Dorfgemeinschaftshaus Bogenweiler. Diese Botschaft war der Titel der Eröffnungssong für das Weihnachtsmusical „Am Himmel geht ein Fenster auf“, das von den 19 jungen Sängerinnen und Sänger des Jugendchores Haid unter der Leitung von Andrea Halder aufgeführt wurde.

Die Vermutung, man könne mit der klassischen Weihnachstgeschichte über Christi Geburt heutzutage niemanden mehr hinter dem Ofen vorlocken, wurde gründlich widerlegt. Proppevoll war das Dorfgemeinschaftshaus. Kinder, Jugendliche, Eltern und Großeltern, darunter auch die Verbandsjugendchorleiterin des Oberschwäbischen Chorverbandes Marianne Braunmüller, waren gekommen, um die Geschichte zu hören, die sich bereits vor 2000 Jahren ereignet hat. Allerdings hatte es mit dieser Version der Weihnachtsgeschichte etwas Besonderes auf sich. Vor der sehr schön gestalteten Kulisse Bethlehems erzählte in der Rahmenhandlung Patrick  (Christian Hipp) dem Mädchen Florina (Chiara Linder)  aus Albanien warum die Christen Weihnachten feiern.  Den Kern der Weihnachtsgeschichte und ihre Botschaft unberührt gelassen, wurde die Handlung in unsere Gegenwart transferiert. „Verdammt ich brauche Geld“ sang dann auch Kaiser Augustus (Phillip Frankenhauser), als er seinem Gefolge die Volkszählung anordnete um an mehr Steuergelder zu kommen. Eingerahmt vom Chor der Reisenden beklagten Maria (Chiara Laux) und Josef (Katharina Geng) die Hartherzigkeit und die ausufernde Bürokratie  der Welt, wobei Maria sehr emanzipiert feststellte „Wenn Männer Kinder bekommen müssten, kämen diese nicht auf solch blöde Ideen“. So manche Anspielung auf die heute Gesellschaft hatte  Einlass in dieses Musical gefunden. So trat König Herodes beispielsweise als geldsüchtiger Unsympath, begleitet von einer karrierebewussten Sekretärin des 21. Jahrhunderts, auf, um per Handy von der Geburt des neuen Königs zu erfahren. Aus den Hirten wurden Landstreicher, die sich ein besseres Leben erhofften. Aber auch die Heiligen Dreikönige haben im Bogenweiler Musical eine Wandlung durchlaufen und erschienen als geschäftstüchtige Banker, die dem neuen König mit dem Song „Die Orientbank ist splendid“ Kredite anbieten wollen.

Neben der interessanten und nachdenklich machenden Inszenierung, von den beiden Erfolgsautoren Uli Führe und Jörg Ehni, war die hohe gesangliche Qualität von Chor und Solisten das Herausragende dieses Weihnachtsmusicals. Unterstützt durch die gelungene Zumischung der Musik sangen insbesondere Maria und Josef harmonische Duette über ihr elterliches Glück und der Angst vor der Flucht nach Ägypten. Auch die anderen Solisten und der Chor zeigten sich bestens disponiert und intonierten ihre Stücke äußerst sauber vom einfühlsamen Piano bis zum bestimmten Forte.

Man konnte nur erahnen, wie viel Arbeit Chorleiterin Andrea Halder und die Mitwirkenden, aber auch die vielen Helferinnen und Helfern in ihr Musical investiert haben.

Zu Beginn dieses beeindruckenden  Chornachmittags, den die jungen Sängerinnen und Sänger der kürzlich verstorbenen Vorsitzenden Dr. Marita Jerviletho gewidmet hatten, hatten die Kleinsten des Kinder- und Jugendchores die Gäste mit adventlichen Liedern eingestimmt.

Am Ende gab es nicht nur Dank von Ortsvorsteher Josef Halder und der Sprecherin der Eltern,  Angelika Linder sondern auch tosenden Applaus vom begeisterten Publikum.

Archivnutzer_SingenundStimme_Blog, 7. Dez 2010, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0,Kommentare geschlossen.

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