Chorleben - S-Chorverband

Comeback der Chöre gelungen – erstes großes Chorkonzert in Stuttgart

oben: Juco Stuttgart, Chormäleon; unten: Publikum, Musikwerk; Fotos: Janosch Frank

Stuttgart – „Hurra! Wir singen wieder!“ Mit diesen Worten begrüßte Organisator und Chorleiter Paul Theis die rund 250 Zuschauerinnen und Zuschauer auf der Freilichtbühne Killesberg zum ersten Chorkonzert seit dem Lockdown im März dieses Jahres. Gemeinsam mit dem Popchor des Musikwerks Stuttgart und dem Chor der DHBW Stuttgart Chormäleon wurde ein Open-Air-Konzert unter Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen veranstaltet. Am Freitag, 4. September 2020 wurde unter Federführung des Jungen Chors Stuttgart e.V. das erste öffentliche Chorkonzert in der Region Stuttgart nach sechs monatiger Corona-bedingter Pause auf dem Killesberg präsentiert. 

Von der Stadt Stuttgart animiert hatten sich drei Chöre des Wilhelm-Hauff-Chorverbands Stuttgart e.V. (WHCV) zusammengetan und ein gemeinsames Konzert auf der SpardaWelt-Freilichtbühne Killesberg geplant. „Wir haben unter dem Titel Vokal.Sommer.Abend gezeigt, dass wir wieder aktiv sind und musikalisch trotz Pandemie auftreten können.“, so Paul Theis, Chorleiter des Jungen Chors Stuttgart e.V. „Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir zur richtigen Zeit das richtige Programm präsentiert. Der Zuspruch der Zuschauer war der Beweis dafür.“

Rund 250 Zuschauerinnen und Zuschauer nahmen dafür in der Freiluftarena Platz – mehr Besucher als bei prominenten Künstlern wie Annett Louisan, wie in.Stuttgart berichtet. Dazu trugen aber auch die Chöre selbst bei, die ihr Publikum mit einem ansprechenden und kurzweiligen Programm auf bestem Niveau unterhielten. Das Musikwerk Stuttgart unter der Leitung von Arnd Pohlmann war mit seinem Popchor als erstes Ensembles auf der Bühne zu erleben. Ob „Superstition“ von Stevie Wonder oder „Radio“ von den Wise Guys – Sound und Liedauswahl zeugten von dem hohen Niveau, wie man es vom Popchor gewohnt ist. 2020 feiert das Musikwerk sein fünfjähriges Bestehen.

Chorkonzert mit großem Medieninteresse

Die Freude am Liveauftritt konnte man auch Chormäleon, dem Chor der DHBW Stuttgart, und seinem Chorleiter Holger Frank Heimsch ansehen und anhören. Mit ihrem Jubiläumsmedley streiften sie das Repertoire der letzten 20 Jahre, die der Chor mittlerweile besteht, und wünschten sich mit „So soll es bleiben“ von Ich&Ich, dass Kulturangebote wieder Normalität werden. Zum Abschluss präsentierten die Gastgeber eine Klangvielfalt klassischer bis populärer Vokalmusik: Von einer Uraufführung über den schwäbischen Nudelklassiker Spätzle, „And so it goes“ bis hin zu Volksliedbearbeitungen – Paul Theis und seine Sängerinnen und Sänger bewiesen mit wieder neu entfachter musikalischer Bandbreite Stilsicherheit und Spaß an der Musik.


Der langanhaltende Applaus des Publikums bestätigte die musikalische Leistung der Chöre trotz monatelanger digitaler Proben, Open-Air-Singstunden oder Notenstudium im HomeSchooling. Das erste größere Chorkonzert von Amateurchören stieß auf reges Interesse der öffentlichen Medien in Zeitung, Funk und Fernsehen. So berichtete das SWR-Fernsehen mit einer Liveschalte in die Hauptnachrichten SWR Aktuell vom Killesberg.

Ein Tag vor dem Konzert wurden die neuen Verordnungen für das Singen und Musizieren an Schulen durch das Kultusministerium veröffentlicht. „Für das Klassenmusizieren- und singen ist dies schon ein kleiner Hoffnungsschimmer. Aber für jahrgangsübergreifende Schulchöre und Orchester ist das aktive Musizieren weiterhin untersagt“, sagt Holger Frank Heimsch, Vorsitzender der Sängerjugend im WHCV. „Genauso können unsere Vereine nur langsam und schrittweise zurück in ihre Räume und den Probenbetrieb wieder aufnehmen. Musikalisch wird es noch länger dauern, bis die Ensembles wieder ihr eigentliches Leistungslevel erreicht haben.“

Konzerte trotz Corona – Lösungen in Arbeit

Auch wenn viele Ensembles langsam wieder Fahrt aufnehmen, Paul Theis und sein Chor setzten mit diesem Konzert ein Zeichen. „Unser Open-Air-Konzert gab den Anstoß, über neue und pandemiebedingte Formate nachzudenken, denn die Chöre möchten und müssen wieder singen“, so Theis. „Konzerte trotz Corona sollten unter Abwägung der Hygiene- und Abstandsregeln möglich sein. Die Chöre brauchen Ziele für das Weiterbestehen in der Zukunft.“ Der Junge Chor ist schon an der Vorbereitung eines Corona-konformen Weihnachtskonzertes im Dezember.

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