Chorleben - S-Chorverband

Vereine und Chöre im Internet Teil 3 -Reiseplanung

Die Social Media Strategie

theconversationprism.com

In der letzten Folge habe ich Ihnen die Internetangebote des Schwäbischen Chorverbandes vorgestellt und erläutert, wie Mitgliedsvereine diese für sich nutzen können. In Folge 1 habe ich eine Einführung in neue Formen des Internets gegeben.

Eine Vielzahl dieser Angebote lässt sich auf den ersten Blick mit wenig Aufwand und keinen Kosten anwenden. Doch ohne vernünftige Planung stellt sich oftmals schnell Ernüchterung ein, wenn beispielsweise niemand die eigene Facebookseite besucht und in der Realität kein Nutzen spürbar wird. Bevor Sie also mit Ihrem Verein im Social Web starten, ist eine vernünftige Reiseplanung unabdingbar. Diese möchte ich anhand von fünf Schritten hier etwas erläutern.

1.  Analysieren

Der erste Schritt nimmt gleich mal etwas Tempo aus der euphorischen Startstimmung. Überlegen Sie sich, was Sie eigentlich über diese neuen Medien erreichen wollen.

  • Welche Ziele haben Sie als Verein/Chor?
  • Was sind Ihre Zielgruppen?
  • Ergänzen die neuen Möglichkeiten ihre bestehenden Angebote sinnvoll?
  • Wollen Sie Mitglieder informieren oder neue Mitglieder gewinnen?
  • Wollen Sie organisatorische Hilfen/musikalische Hilfen bieten?
  • Suchen Sie Helfer und Unterstützer für Aktionen?
  • Welche Inhalte möchten Sie verbreiten, wen sollen diese interessieren?
  • Welche Inhalte möchten Sie selbst finden und erhalten?

Versuchen Sie möglichst genau Ihre Ziele und Absichten zu formulieren, je genauer sie diese kennen, desto passender können Sie aus dem breiten Spektrum der Angebote wählen.

Gehen Sie offen an diese Fragen heran, vielleicht ergibt sich auch, dass ganz andere Plätze als das Social Web ihr Schauplatz sind.

2. Beobachten

Wenn Sie Ihre Zielgruppen kennen, beobachten Sie diese zuerst im Netz. Wo wird über Sie oder Ihre Themen gesprochen. Wo und wann halten sich potentielle Empfänger Ihrer Inhalte auf. Abonnieren Sie interessante Blogs und lesen Sie in Themenportalen. Hilfreiche Suchmaschinen sind google.com, blogsearch.google.de, search.twitter.com, openfacebooksearch.com, icerocket.com.

Ich persönlich empfehle Ihnen bereits in diesem Stadium das Lesen einiger Juristenblogs im Netz. Hier erfahren Sie viel Hilfreiches rund um Impressum, Bildrechte, Haftungsfragen. Parallel dazu verfolgen Sie die Reihe „Kurz und bündig“ in der Zeitung SINGEN des Schwäbischen Chorverbandes. Auch in der Neuen Chorzeit des Deutschen Chorverbandes werden Sie zu diesen Themen fündig.

Schauen Sie sich ferner um, welche Plattformen das Social Web bietet. Neben Facebook, Twitter und Youtube tummeln sich hier zahlreiche andere Portale. Im nächsten Artikel wird hierüber etwas mehr zu lesen sein. Nehmen Sie sich für diesen zweiten Schritt genügend Zeit, um wirklich zu wissen, welche Möglichkeiten geboten sind. Versuchen Sie abzuschätzen, welche zeitlichen und finanziellen Ressourcen für einzelne Projekte nötig sind.

3. Planen

Erst jetzt lohnt es sich, in konkrete Planungen einzusteigen. Welche Ergebnisse haben Ihre Beobachtungen erbracht? An welchen virtuellen Plätzen sollten Sie präsent sein?

Überlegen Sie nun also, an welchen Stellen Sie einsteigen möchten. Machen Sie sich mit den Techniken vertraut. Machen Sie sich Gedanken, mit wem Sie sich zuerst vernetzen können, um möglichst schnell gute Kontakte zu knüpfen.

Ganz wichtig in diesem Schritt: Planen und regeln Sie, wer/wann/was/wo betreut. Erstellen Sie einen Arbeitsplan, wie Sie die Medien bedienen. Welche „Topzeiten“ haben Ihre Beobachtungen ergeben? In welchen Abständen sollten Sie Neues veröffentlichen?

Wenn mehrere Personen an einem Projekt mitarbeiten, erstellen Sie eine Social Media Policy also eine verbindliche Regelung, wie auf Ihren Social Media Portalen gearbeitet wird. Legen Sie Umgangsformen fest (Sie?Du?). Wer antwortet auf welche Fragen? Wer entscheidet, was veröffentlicht werden darf? Achten Sie darauf, dass die Mitarbeitenden auch die nötigen Rechte besitzen.

Beachtet werden sollten also folgende Punkte:

  • Die Plattform
  • zeitliche Ressourcen
  • Mitarbeiter, evtl. finanzielle Fragen
  • Rechte der Mitarbeitenden
  • Arbeitsplan, Taktik
  • Zielvereinbarung

Parallel dazu läuft immer noch Punkt 2. Beobachten Sie die Geschehnisse im Netz.

4. Einsteigen

Wenn Sie sich ausgiebig mit den obigen Punkten beschäftigt haben, und alle Fragen geklärt sind, und Sie sich sicher sind, wo Sie mit Ihrem Verein/Chor einsteigen wollen, dann ist jetzt der richtige Zeitpunkt um Ihre Aktivitäten zu starten. Wählen Sie auch diesen Zeitpunkt, und die Form des Starts taktisch. Vielleicht bietet sich ein Konzert an, eine Videoleinwand im Foyer weist Gäste auf Ihre neue Präsenz hin. Auf jeden Fall sollten Sie alle Ihre befreundeten Vereine und Chorverbände informieren, wo man Sie in Zukunft findet.

5. Prüfen

Wenn alles läuft, nehmen Sie regelmäßig Ihre Ziele aus Schritt 1 wieder zur Hand.

  • Was haben Sie erreicht?
  • Was ist nicht zu erreichen?
  • Haben sich neue ungeahnte Möglichkeiten ergeben?
  • Steht die eingesetzte Zeit in einer angemessenen Relation zu Freude und Nutzen der Aktivität?

Seien Sie ehrlich und bessern Sie nötigenfalls nach. Beobachten Sie weiterhin andere Organisationen, wie diese sich verhalten, treten Sie in Kontakt und bleiben Sie aktiv.

In der nächsten Ausgabe werde ich einige nützliche Plattformen für Chöre vorstellen. Nutzen Sie die untenstehende Kommentarfunktion für Fragen und Wünsche.

Eine gute Reiseplanung wünscht

Johannes Pfeffer

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Johannes Pfeffer, 9. Mai 2011, Fortbildungen, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0,Kommentare geschlossen.

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