Chorleben - S-Chorverband

Nach dem Auftritt im Petersdom schwebten die vereinten Chöre aus Gräfenhausen, Ölbronn und Langenbrand auf Wolke sieben

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Die Stimme hat es den Sängern nicht verschlagen. Dabei wäre es ihnen nicht zu verdenken gewesen. Zum einen war der Auftritt in der Kirche der Päpste, im Petersdom von Rom, atemberaubend genug. Und dann wurden die Chöre aus dem Enzkreis für die Begleitung einer Messe in ein Chorgestühl eingewiesen, das 40 Menschen Platz bot. 40 Plätze für 74 Sänger aus Gräfenhausen, Ölbronn und Langenbrand, das war richtig eng. Am Ende zwängten sich alle hinein. Es ging schließlich nicht um irgendeinen Auftritt. Für alle, die dabei waren, war das ein Traum, sagt Günther Stepper, der Vorsitzende des Sängerbunds Gräfenhausen noch hörbar beeindruckt nach der Rückkehr aus Rom.
Einzigartig sei es gewesen, in der wichtigsten christlichen Kirche zu singen, sagt Stepper. Ein Protestant. Schon die Vorbereitung war für die Chöre der Dirigentin Esther Klöttschen-Rau ein Kraftakt. Nicht nur wegen der intensiven Proben. Um überhaupt dorthin zu kommen, mussten wir schon im Vorfeld CDs an den Vatikan schicken, erinnert sich der Gräfenhäuser Reinhard Meeh, dann sind wir ausgewählt worden. Für uns war das ein Riesenereignis. Das Besondere der Sache zeigte sich auch darin, dass alles minutiös organisiert werden musste. Warum, das ahnten die Sänger, als sie den gewaltigen Petersdom nach einer Generalaudienz bei Papst Benedikt XVI. tags zuvor besichtigt hatten. Martina Kowalski vom Liederkranz Ölbronn beschreibt Menschenmassen vor den Toren und Kontrollen wie auf dem Flughafen. Da muss bei Auftritten alles reibungslos laufen. Und das klappte dann auch trotz der Enge im Chorgestühl. So erklangen bei der Messe im Petersdom „Mach mich still“ von dem zeitgenössischen Komponisten Klaus Heizmann oder Gotthilf Fischers „Vater unser“. Nach der Messe wollten die Chöre, der Enge entkommen, gar nicht mehr aufhören zu singen. Am Säulengang des Petersplatzes stimmten sie spontan weitere Stücke an.
Fast genau eine dreiviertel Stunde sangen die Klöttschen-Chöre in der Basilika St. Paul vor den Mauern. Dabei hatte es dort beinahe eine Terminkollision gegeben. Kurzfristig sollte eine Messe mit fünf Bischöfen und 200 Pilgern stattfinden. Aber denen wurde für unseren Auftritt abgesagt, so Martina Kowalski. Fünf Bischöfe wichen drei Chören. Was wir auf dieser Reise erlebt haben, realisiert man erst nach und nach, sagt Günther Stepper. Für die Sänger, sagt Reinhard Meeh profaner, sei das wie ein Sechser im Lotto.

Archivnutzer_SingenundStimme_Blog, 18. Jul 2008, Singen und Stimme, Kommentare per Feed RSS 2.0,Kommentare geschlossen.

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