Chorleben - S-Chorverband

Weihnachtskonzert von ‚al dente‘ (Kleinbottwar)

Manchmal sind die Schüler stimmlich über das Ziel hinausgeschossen. Interessanterweise hat dies dem Konzert des Chors al dente in der Georgskirche keinen Abbruch getan, sondern es vielmehr zu einem echten weihnachtlichen Erlebnis gemacht.

Der Erwachsenenchor al dente des GSV Kleinbottwar hat Niveau. Nicht nur, weil er eine stattliche Anzahl von Solisten aufweist. Auch in seiner Gesamtheit überzeugt das von Veronika Meßmer geleitete Ensemble mit einem guten Klang. Doch wenn es um Weihnachten geht, da können ein paar zusätzliche frische Kinderstimmen gar nicht schaden. Dies durften jetzt die Zuhörer in der Georgskirche erfahren. Natürlich sind die Stimmen der Grundschüler aus Abstatt, an welcher Meßmer arbeitet, noch nicht so tonsicher wie die der Großen. Aber als Letztere etwa das Lied vom Bethlehem-Stern sangen und zwischendurch ein begeistert hinaus gerufenes ,,Seht den Stern“ aus Kindermund zu hören war, hat dies ein neues Hinhören und mitunter ein anderes Verstehen des Vortrags bewirkt. Alles geistig Abgehobene löste sich auf und verortete das Gesungene im echten Leben.
Gut in diesen Rahmen passten auch die zwei kurzen Stücke der jungen Harfenspielerin Miriam Kurtzhals.
Mit einem Experiment der anderen Art hatte der al-dente-Chor begonnen: Er sang a cappella ein bekanntes Instrumentalstück, Bachs ,,Bourrée“ aus einer Lautensuite. Wiewohl der Chor bei diesem anspruchsvollen Unterfangen seine hohe Musikalität bewies, blieb doch der Eindruck, dass diese zweistimmige  Darbie-tungsform dem Stück nicht richtig gerecht werden kann.
Ganz anders riss das schwungvolle Spiritual ,,Ride the Chariot mit. Doch ließ der Vortrag keine träumerische Stimmung der Belanglosigkeit aufkommen. Hohe, vereinzelte Frauenstimmen rissen aus dem Schlaf der Gerechten, erinnerten daran, dass bald ein besonderes Fest ansteht. Ebenfalls nicht zum Träumen, dennoch traumhaft schön gesungen von Christel Fichtner, Claudia Kunz und Petra Weiß war das Terzett ,,Hebe deine Augen auf“. Mit der Verstärkung von Amelei Elzenbeck und Erwin Meßmer geriet ein Volkslied aus Tirol dem Quintett zu einem strahlenden Beispiel für die Schönheit, die in der Schlichtheit liegen kann. Die stille Tiefe des ,,Ich steh an deiner Krippen hier“ vermittelte eindrücklich das Duo Claudia Kunz und Erwin Meßmer.
Ein Wechselgesang zwischen Kanzel und Empore (Christel Fichtner und Claudia Kunz), das Summen des Chores im Hintergrund und die Mischung von deutschem und lateinischem Text enthoben auch das Lied ,Quem pastores laudavere‘ einer lediglich ,,gefühligen“ Stimmung, betonten das inhaltlich Bedeutungsvolle. Bei ,,Drei Könige“ konnte aber doch auch der reine Kunstfreund ins Schwärmen kommen. Claudia Fichtner sang dabei ständig gegen den Chor.
Von Chören und Gästen gemeinsam gesungene Lieder, Kurzgeschichren sowie ein launiges Grußwort des Pfarrers machten den Abend vollends zu einem weihnachtlichen Erlebnis.

Astrid Killinger
[Bericht aus der Marbacher Zeitung vom 19.12.2007]

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